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Phil Shöenfelt & Southern Cross Dead Flowers For Alice CD

1999 Indies Records MAM092-2, Czech Republic
1999 ZYX Music/Golden Core TZ40014-2, Germany
2000 Hitch-Hyke Records, Greece

2009 Fuego 1923 [Download], Germany

 

 

1. Ballad Of Elijah Cain
2. Shining World
3. Veronika's Veil
4. Darkest Hour
5. Demon Seed
6. Traitor's Eyes
7. Dead Flowers For Alice
8. A Dialogue Between The Soul And The Body
9. Letter From Berlin (Part 2)

 

Dead Flowers For Alice is available @
Patro CZ
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and available as a download @
      [DE]  [UK]  [US]

 

musicians
Phil Shoenfelt vocals, electric guitar, acoustic guitar
Pavel Cingl violins, electric guitars
Pavel Krtous bass guitar
Jarda Kvasnicka drums, percussion
guest musicians:
Dave Boulter organ
Tomas Brozek piano

 

credits
All tracks published by Warner-Chappell
All songs written by Phil Shoenfelt, except "A Dialogue Between The Soul And The Body"
(text: Andrew Marvell / music: Phil Shoenfelt)
Arranged by Phil Shoenfelt & Southern Cross
Recorded and mixed at Vintage studio
Pruhenice, Prague, December 1998
Produced by Phil Shoenfelt & Southern Cross
Photo by Lenka Hatasova, Cover Design by Karel Haloun and Ludek Kubik

 

reviews
Süddeutsche Zeitung 11/1999 "Auf dem Cover ein Mädchen. Vielleicht dreizehn Jahre alt, vielleicht vierzehn. Das kann man bei Wasserleichen nie so genau sagen. Tiefe schwarze Ringe hat das Kind um die Augen, einen erloschenen Blick, strähniges nasses Haar und einen blau-violetten Mund. Dazu hält es auch noch diese welken Blumen vor den blanken Busen. So schön kann der Tod sein - und so fürchterlich. Diese Tristesse hat man in einen Bilderrahmen gesteckt. Eiche furniert, oval, wie bei den Schlafzimmerbildern der Ur-Großeltern.
Besser als mit dieser düsteren Allegorie sind die schwerblütigen Balladen auf der neuen CD "Dead Flowers For Alice" von Phil Shöenfelt und den "Southern Cross" nicht zu bebildern. Der Brite Shöenfelt, der schon im Umfeld von Birthday Party und Sonic Youth gesichtet wurde, traf Mitte der 90er Jahre in Prag auf die tschechische Band "Southern Cross". Es entstanden nach dem Debüt "Blue Highway" (1997) insgesamt fünf Alben, die auf verstörende Weise westliches Songwriting mit östlicher Folklore verbinden. Shöenfelts Lieder zeichnen - lebendiger als dieTindersticks und tröstender, als es der frühe Leonard Cohen je vermochte - die Rest-Mythologeme eines unaufgeregten, urbanen Soseins noch einmal nach. Psychopathen, Junkies, Overdose-Opfer, Selbstmörder und gequälte Lover formieren sich zu einem postmodernen dans macabre, der den Schauder nicht mehr spüren lassen will, dem er sich verdankt. Sehr noir ist das alles, und doch steckt auch eine Portion Humor in der Musik, für die nicht zuletzt der Geiger Pavel Cingl verantwortlich zeichnet. Man darf an die "Murder Ballads" von Nick Cave denken.
Shöenfelt ist am 12. Dezember in Stuttgart zu hören. Am 31. Dezember in Prag. Vielleicht muss man vom Besuch dieses Sylvester- Konzerts abraten. Denn düsterer wird vermutlich nie mehr ein Jahrtausend verabschiedet werden, keines bitterer begonnen: Alle Schattierungen in Tiefschwarz. Hingehen!"

 

Stereo 10/1999 "Allzuviel Heiterkeit kommt bei dem 5. Album des in Prag ansässigen Engländers nicht auf; dafür sorgen schon die nachdenklichen Texte, die immer wieder um die Themen Trennung und Tod, Regen und Wind kreisen. Shöenfelt und seine tschechische Band Southern Cross packen diese in ein düsteres musikalisches Ambiente mit meist raffinierten Spannungssteigerungen. Dabei zeigt sich seine Seelenverwandtschaft zu Nick Cave. Gerade aber die Gelöstheit mit der Shöenfelt seine düsteren Botschaften rüberbringt, macht das Album auch für Nichtmelancholiker attraktiv."

 

Gaffa.de 10/1999 "Ein lichtarmer Walzer, ein weicher Tango, ein verregneter Ausblick, ein niedergetrampeltes Rosenbeet, eine Frauenleiche, eine schöne allerdings, pittoresk von verschwommenen Erscheinungen in dunklen feierlichen Gewändern umgeben, Gewänder, die keiner Zeit und keinem Kulturkreis zuzuordnen sind und Zorn - immer von biblischer Dramatik. Traurigkeit als Basis aller davon abweichender Gefühlsregungen, Stunden sind dunkel, Blumen eine ästhetische Respektbezeugung vor dem Tod, oder auch dem kleinen Tod des Verlassenwerdens, des Zerbrechens, sich selbst Verlierens. Phil Shöenfelt´s Musik transportiert in erster Linie eine bestimmte Stimmung, eine emotionale Grundhaltung, einen Gemütszustand, was von diesen Dingen zutrifft, das liegt wohl am ehesten im Ohr, und vor allem im Herzen des Betrachters. Es ist keine Morbidität, denn Morbidität beinhaltet immer auch die Lust am Untergang, ein kokettes Spielen mit der Vergänglichkeit, einen, wie schwarz er auch immer sein mag, humorvollen Umgang mit dem menschlichen Zerfallsprozess. Bei Shöenfelt ist dieser Zerfallsprozess mehr seelischer als körperlicher Natur, überhaupt ist Shöenfelt´s Welt bevölkert von Menschen, die hauptsächlich ein Innenleben haben. Die Frauen in seinen Liedern haben keine langen, schlanken Beine und keine schönen Brüste, sondern: Arme, die ein Gefängnis sind, und Herzen, die in Todeszellen sitzen. Mit einer solchen Ausstattung lässt sich natürlich nicht mal eben: uh Baby tanzen gehen, sondern: "Everything that I feel is buried Underground".

Auch wenn der Umlaut O nicht darauf schließen lässt, Shöenfelt ist Brite. Dort wurde er jedenfalls geboren, und dort wuchs er auf, seine musikalische Laufbahn kann aber erst als solche bezeichnet werden, als er sie in New York beginnt. Dort treibt er sich mit seiner Band "Khmer Rouge" im Umfeld der New Yorker "Krach-Avantgarde" herum. Gemanagt von Nat Finkelstein, der aus dem Warhol/Velvet-Umfeld kommt, bringt er die erste Hälfte der achtziger Jahre in der "Welthauptstadt" zu. Der große Wurf gelingt nicht, doch ist diese Band immerhin auf einem Sampler vertreten, der neben Shöenfelt´s Band auch Kollegen wie "Sonic Youth" oder "Lydia Lunch" präsentiert. Eine solche Konstellation wird charakteristisch für seinen weiteren Werdegang. Oft ist er nur eine halbe Bandbesetzung vom Bekanntwerden entfernt, aber er ist keiner, der zielstrebig an seiner Karriere arbeitet. Phil Shöenfelt arbeitet lieber an seiner Musik, ab ´85 erst mal wieder in Großbritannien. Hier schloß er sich die folgenden Jahre mit diversen Undergroundbands zusammen, und veröffentlichte auch seine erste Soloplatte, die vom legendären englischen Radio-DJ John Peel gerne gespielt, und von der Kritik sehr positiv aufgenommen wurde. Aufnahmen wechseln sich mit Tourneen ab, bis er ´90 in London als Support von "Nick Cave & the Bad Seeds" auftritt. Der Name Cave ist in Zusammenhang mit Phil Shöenfelt in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Zum einen kreuzten sich die Wege der beiden (bisher) noch zweimal, zum anderen gibt es zwischen den beiden eine Art Seelenverwandschaft, die beim Hörer zunächst einmal Verblüffung auslöst. Von zwei Brüdern, die durch unglückliche Umstände voneinander getrennt wurden, ist nicht auszugehen, denn zum einen ist Cave ja bekanntermaßen Australier, zum anderen sehen sie sich auch dann noch nicht ähnlich, aber: Eine Flasche Absinth darauf gewettet, dass jeder, der "Dead Flowers for Alice", das neue Phil Shöenfelt-Album, hört, sofort vermutet, dass es sich nur um den berühmtesten Kylie Minogue –Fan handeln kann. Wir wissen nicht, wie Shöenfelt zu Frau Minogue steht, aber wir wissen, dass man nicht mit einer Cave-Platte zum Arzt gehen kann, um dann mit einer Cave-Stimme wieder herauszukommen. Eine Laune der Natur, die nicht zuletzt auch deswegen von besonderem Reiz ist, weil Shöenfelt nun mal einfach nicht Cave ist, und auch gar nicht sein will, dennoch wird er Cave immer als Referenz "vor der Nase sitzen haben". Dessen ungeachtet tritt Shöenfelt wieder als Support von Cave auf, und er schreibt, mittlerweile in Tschechien angelangt, das tschechische Nachwort für das Nick Cave-Buch "And The Ass Saw The Angel" . Dass er dann selbst auch noch ein Buch mit dem programmatischen Titel "Junkie Love" schreibt, es ist schon beinahe stillschweigend vorausgesetzt worden.

Wo wir gerade schon in Tschechien sind: dort tourte Shöenfelt 1994 mit der tschechischen Band Tichá Dohoda. Das Abschlußkonzert dieser Tour wurde mitgeschnitten und als Liveplatte "Live in Prague" veröffentlicht. Mit dieser Scheibe im Gepäck tourte er mit seiner tschechischen Band gleich nochmal und ließ sich danach konsequenterweise gleich ganz in Prag nieder. Dort ist er, abgesehen von einer in Berlin auf Band gebannten Zusammenarbeit mit Nikki Sudden, die im Laufe des Jahres noch erscheinen soll, nach wie vor. Hier entstand auch das neue Album "Dead Flowers for Alice", das er zusammen mit seiner neuen tschechischen Band Southern Cross einspielte. Ist es der morbide Charme des alten Prag oder sind es nur die gedanklichen Untiefen des Protagonisten selbst? Wie dem auch sei, der dunkle prachtvolle Glanz einer Stadt wie Prag, die so viele prominente Tote beherbergt, scheint in "Dead Flowers for Alice" seine musikalische Entsprechung gefunden zu haben. Shöenfelt und seine Band Southern Cross um den Geiger/Gitarristen Pavel Cingl, harmonieren, mehr noch, ergänzen einander, halten gemeinsam immer die Balance zwischen Schönheit und Kitsch, zwischen dunklen Gedanken und Weinerlichkeit, zwischen schönen Leichen und hässlichen Gedanken."

 

infomusic.de 10/1999 "Als kulturelle europäische Metropole wird Prag vor allem von Malern, Jazz-Musikern und Dichtern geschätzt, die sich durch das stimmungsvolle Ambiente der Stadt gerne inspirieren lassen. Daß sich dort im Untergrund, fernab von anglo-amerikanischen Einflüssen, inzwischen auch eine eigenständige Rockszene entwickelt hat, blieb bisher weitestgehend unbemerkt. Phil Shöenfelt, britischer Musiker, der seine ersten Erfahrungen im Birthday Party und Sonic Youth Umfeld sammeln konnte, entdeckte die Vorzüge der Stadt an der Moldau bereits Mitte der neunziger Jahre, als er auf die Band „Southern Cross“ traf, die seit diesem Zeitpunkt für die kongeniale Umsetzung von Shöenfelts Balladen sorgt. Lieder über Einsamkeit, Verlust und Trauer bestimmen seitdem das Programm der tschechisch-britischen Kooperation.
Lebendiger als es die großartigen Tindersticks zumeist sind, tröstend, wie es Leonard Cohen in seiner Glanzzeit war, präsentiert sich das inzwischen fünfte Werk der Künstlerinitiative, das auf ungewöhnliche Weise westliche mit östlicher Folklore und Songwriting verbindet.
Mitgeprägt hat das Material vor allem Geiger Pavel Cingl, der auf "Dead Flowers For Alice" für einige überraschende Soundfarben sorgt, und dessen Mitwirkung einige der Höhepunkte der Platte ausmachen. Konzept und Inhalt erinnern positiv an Nick Caves Meisterwerk "Murder Ballads". Wer hier wen inspiriert hat, ist indes ungeklärt, tourten doch Shönfelt und Cave vor Erscheinen der "Ballads" über lange Zeit zusammen. "Dead Flowers For Alice" ist eine stimmungsvolle Platte geworden, die direkt das Leben der engen Prager Gassen in die eigenen vier Wände zu übertragen scheint."

 

amazon.de 10/1999
review by Oliver Lahr
"Ein Meisterstück des melancholischen Indie-Rock Genre -
Phil Shöenfelt wartet zum Ausgang des 2. Jahrtausends mit einem fabelhaften Werk auf. Das Album zählt wohl zu seinen besten Veröffentlichungen, welches auf der Tour 1999 zahlreiche Fans, aber auch "Neulinge" angelockt hat. Die Komposition der Stücke ist sorgfältig abgewägt, so dass neben gewohnten härteren, rockigeren Songs auch sehr gefühlvolle und traurige Lieder zu genießen sind. Herausragend ist hierbei wohl die fast 11-minütige Ballade "Ballad Of Elijah Cain", die eine schön düstere und melancholische Atmosphäre aufbaut und an Romantik und Sehnsucht nichts missen lässt. Einspielungen und Solostücke der Violine unterstreichen die faszinierende Magie dieses Albums, dass auch durch die optische Aufmachung sehr nostalgisch wirkt. Wie immer legt Shöenfelt auch viel Wert auf den lyrischen Inhalt, der die Musikstücke zu einer Kreation von Märchen und Sagen heranreifen lässt. Für alle Liebhaber guten gepflegten Rocks und alle Romantiker ist diese Neuerscheinung Shöenfelts und seiner Band "Southern Cross" aus Tschechien ein unbedingtes Muss!!!"

 

Sonic Seducer 11/1999 "Phil Shöenfelt hat schon mit solch klasse Bands wie etwa Sonic Youth oder The Swans zusammengearbeitet und gab auch schon einmal ein Konzert zusammen mit Nick Cave. An letzteren erinnert seine Musik dann doch recht stark, wobei er es allerdings schafft, so etwas wie eine eigene Identität zu erschaffen. Die Musik lässt weite wüstenähnliche Landschaften entstehen, in der schmirgelnde Winde die Seele anrauhen, damit sie noch für Gefühle empfänglich sein kann. Es herrscht eine große Einsamkeit, man begegnet den Enttäuschungen des Lebens und irgendwie merkt man, dass Phil nicht immer eine schöne Zeit hatte. Andererseits lebt er immer noch und wirkt fast schon weise bzw. distanziert, wenn er seine Geschichten erzählt. Somit wohnt der Traurigkeit auch etwas Hoffnung inne, und ein Song wie etwa "Darkest Hour" kommt schon fast einem Aufbegehren gleich. Somit kommt auch eine seltsame, verquere Lockerheit zum Zuge, da den Protagonisten so schnell nichts mehr erschüttern kann.
Die knochentrockenen Songs sind sperrig und haben Schrammen, aber sie halten sich irgendwie selbst am Laufen, denn Aufgeben steht hier nicht zur Debatte. Das Leben ist grausam..."

 

Leeson.de "Aus Prag erreichte mich ein e-mail mit Infos über einen alten Bekannten. Vielleicht kennt der eine oder andere Leser den gebürtigen Briten, der in den Achtzigern u.a. mit Brix Smiths Adult Net oder Kid Congo Powers zusammengespielt hat, im Vorprogramm von Nick Cave & The Bad Seeds und mit Crime & The City Solution aufgetreten ist. Nun, Phil Shöenfelt ist inzwischen in Prag gelandet, wo er seit drei Jahren lebt und auch eine neue Band zusammengestellt hat. "Dead Flowers For Alice" ist schon die zweite CD mit seiner tschechischen Band Southern Cross. Obwohl der Sound nun nicht gerade this year`s model ist und stark nach den Achtzigern klingt, ist Shöenfelt ein wunderschönes Album gelungen, wobei die neun Songs der CD in der Tradition des dunklen Blues eines Nick Cave stehen. Mit zwei Gitarren, Baß, Drums, Piano und Geige schrammelt das Quartett durch düstere Songs wie "Ballad Of Elijah Cain", "Traitor`s Eyes" oder "Veronika`s Veil". Wer Nick Cave mag, wird auch an den Toten Blumen für Alice seine Freude haben. Gemeinsam mit ehemaligen Musikern der Berlin-Australien-Band Once Upon A Time hat Shöenfelt anscheinend noch ein Projekt, The Fatal Shore, das klassische Songs von Lee Hazlewood bis Jacques Brel covert. Auschecken!"

 

Realmusic.de "Beim epischen zehnminütigen Eröffnungssong "The Ballad Of Elijah Cain" könnte man glatt denken, Nick Cave hätte seinen "Murder Ballads" eine Fortsetzung angedeihen lassen, die Ähnlichkeit mit "Song Of Joy" dem Klassiker des Meisters der Melancholie, ist einfach zu stark. Und auch in den restlichen acht Songs des in Prag ansässigen Briten dominieren die Moll-Akkorde, verbreiten düstere Riffs und klagende Violinenklänge eine schaurig-schöne Atmosphäre. Shöenfelt, der Anfang der Neunziger einige Tourneen als Support von Nick Cave absolvierte und in "Dead Flowers For Alice" bereits sein fünftes Album vorlegt, hat den Moritaten , die er in Stücken wie "Shinig World"; "Demon Seed" oder "Darkest Hour" besingt, stets ein eingängiges Arrangement verpasst. Hier eine einprägsame Gesangslinie, dort ein ständig wiederkehrendes Riff, der Brite verliert nie den roten Faden, was die Scheibe deutlich leichter konsumierbar macht als beispielsweise Caves letztes Album "The Boatman's Call"."

 


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